Blogtour Brunnen Verlag

Ich mache bei der Bloggeraktion vom Brunnen Verlag mit und heute stelle ich euch  "Kapitel 2" der Z
Zusatzgeschichte von Terri Blackstock vor.Am Ende des Blogpots findet ihr ein Rätsel, dass ihr gerne lösen dürft.In den Nächsten Tagen findet ihr weitere Ausschnitte zu der Zusatzgeschichte.

Schaut hier weiter vor bei.
Kapitel 3 inkl. Rätsel wird am 06.03.2019 auf dem Blog book explorer #fynnliest veröffentlicht.

Kapitel 4 inkl. Rätsel wird am 07.03.2019 auf dem Blog Nicht noch ein Buchblog! veröffentlicht.
Kapitel 5 inkl. Rätsel wird am 08.03.2019 auf dem Blog anruba veröffentlicht.
Kapitel 6 inkl. Rätsel wird am 09.03.2019 auf dem Blog bluubsbuecherwelt veröffentlicht.
Kapitel 7 inkl. Rätsel wird am 10.03.2019 wieder hier auf dem Brunnen Blog veröffentlicht.


Bloggeraktion Tag 2 05.03.2019


Am nächsten Morgen mache ich mich um kurz vor halb neun auf den Weg zu meiner neuen Arbeitsstelle. Das Gespräch gestern verlief sehr gut und Mrs Greenspan hatte eine freundliche Stimme, die allerdings etwas belegt klang. Ich bin schon ganz gespannt auf das Café, meine Arbeitgeber und auf die Gäste. Es fühlt sich wie ein ganz normaler Morgen an. Als wäre ich einfach nur eine junge Frau, die heute ihre neue Arbeitsstelle antritt. Dabei versuche ich, so gut es geht, das Risiko zu verdrängen, so sehr in der Öffentlichkeit zu arbeiten. Ich sehe zwar mit meiner Perücke ganz anders aus und hoffe, dass mich Keegan nicht erkennen würde, selbst wenn er im Café einen Kaffee trinken würde. Aber eigentlich weiß ich, dass das Wunschdenken ist. Seit dem Tag, an dem ich Brents Leiche gefunden habe, bin ich nicht mehr sicher. Ich kann nur hoffen, dass Keegan noch nicht meine neue Spur gefunden hat. Denn irgendeine Spur interlässt man immer. Egal wie viel Mühe man sich gibt. Das weiß ich.
Inzwischen bin ich am Café angelangt. Doch das Gefühl der Normalität ist der Frustration gewichen. Egal wie sehr ich es versuche, den dunklen Schatten der Vergangenheit abzuhängen, er holt mich immer wieder ein. Jedes Gefühl der Freude oder Zufriedenheit wird durch die ständige Bedrohung getrübt, ja sogar im Keim erstickt.
Ich atme tief ein und aus, versuche, bei jedem Atemzug meine Verfolger auszublenden und mich ganz auf meine bevorstehende Arbeit zu konzentrieren. Als ich mich wieder etwas gesammelt habe, betrete ich das Café. Eine Frau Mitte 30 steht hinter der Theke und bereitet die Tischdekoration vor. Sie wendet mir ihren Blick zu und lächelt mich an.
„Hallo. Wie kann ich Ihnen helfen?“
„Guten Morgen. Ich bin Connie Sandler, ihre neue Bedienung. Wir hatten gestern telefoniert.“ Auch wenn es ein Risiko ist, einen Namen zu verwenden, für den ich keine Papiere habe, ist es für Keegan umso schwieriger, mich ausfindig zu machen. Ich kann einfach nur hoffen, dass ich dieses Mal etwas mehr Glück habe.
„Es freut mich sehr, sie persönlich kennenzulernen und dass sie die Stelle so kurzfristig annehmen können. Wir brauchen dringend Unterstützung.“ Bei diesem Worten kommt Mrs Greenspan hinter der Theke hervor und reicht mir die Hand. Sie ist mir sofort sympathisch.
„Ich freue mich ebenfalls über diese Möglichkeit. Ich wohne noch nicht lange in der Stadt.“
„Na dann sind Sie in unserem Café genau richtig. Hier kommen die unterschiedlichsten Personen für ihren Morgenkaffee vorbei. Sie werden schnell Anschluss finden. Aber nun führe ich Sie erst einmal in unserem bescheidenen Geschäft herum. Danach können Sie mir bei der Tischdekoration helfen.“
Mrs Greenspan zeigt mir nicht nur, wo was hinter der Theke steht, sondern auch ihre kleine Küche und das Büro ihres Mannes. In ihrer Gegenwart fühle ich mich sehr wohl und kann mit der Zeit wirklich in eine kleine Parallelwelt ohne korrupte Polizisten eintauchen, mich ganz auf meine Arbeit und die Gäste konzentrieren. 
Am Nachmittag kommen auch die beiden Kinder der Greenspans, ein Junge und ein Mädchen, ins Café, setzen sich an einen der hinteren Tische und machen still ihre Hausaufgaben. Ich erfahre, dass ihr Sohn Jonathan heißt und das Mädchen Lou. Obwohl Jonathan fünf Jahre älter ist als Lou, wirkt er auf mich viel gebrechlicher. Auch geht Mrs Greenspan mit ihm viel vorsichtiger um und wirkt ganz traurig, wenn sie ihn anblickt. Das Mädchen hingegen ist voller Leben und muss immer wieder ermahnt werden, sich ruhiger zu verhalten.
Während ich weiter die Gäste bediene, wandern meine Gedanken von der Familie Greenspan zu meiner eigenen Familie. Zu meiner Mom. Zu Hanna und zu Emma. Ich frage mich, falls es tatsächlich ein höheres Wesen, einen Gott gibt, ob er seine Kinder wirklich liebt. Junge Frauen werden entführt und in Kellern gefangen gehalten. Eltern lassen ihre Kinder für Drogen missbrauchen. Familien werden aufgrund falscher Anklagen entzweit, Unschuldige sogar in den Tod getrieben. Wieso unternimmt Gott nichts dagegen? Was tut er gegen all das Leid? Hat er meinen Vater vor dem Tod bewahrt? Meinen besten Freund Brent? Hat er meiner Mutter die Kraft gegeben, nicht an dem Verlust zu zerbrechen? Verteidigt er meine Unschuld? Nein, nichts von alledem hat er getan – sollte es ihn überhaupt geben. Ganz in meine Gedanken versunken, merke ich nicht, wie ich immer wütender werde.
Doch dann denke ich an Dylan. Daran, wie er mich verfolgt, entdeckt – und mich hat laufen lassen. Dylan wurde beauftragt, mich zu finden und der Polizei zu übergeben. Nun hilft er mir, meine Unschuld zu beweisen, verteidigt mich und schützt mich vor Keegan und den anderen skrupellosen Polizisten. Meine Wut verraucht genauso schnell, wie sie gekommen ist. Und ein kleiner Funke Hoffnung wärmt mein Herz. Er erfüllt mich mit einer Wahrheit, einer klaren Erkenntnis, die ich mir einfach nicht erklären kann. Woher kommt diese Gewissheit? Wieso fühle ich mich auf einmal sicher, obwohl nichts mehr sicher zu sein scheint? Dylan ist die Antwort auf meine Fragen. Ich verstehe es nicht, aber ich fühle es: In all dem Chaos und der Zerstörung lässt Gott mich nicht im Stich. Er hat mir Dylan geschenkt – als Begleiter und Beistand. Ich spüre, wie sich ein Lächeln auf meinem Gesicht ausbreitet. Ich bin nicht mehr alleine.


Zum Schluss findet ihr  hier ein Rätsel.Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim stöbern, lesen und rätseln.


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